Das altbekannte Drehbuch, perfekt ausgearbeitet.
Die Vorgehensweise ist fast immer dieselbe. Der erste Kontakt erfolgt möglicherweise auf der Straße, nach dem Einkaufen, oder direkt an der Wohnungstür. Ein uniformierter Mann betritt das Gebäude unter einem technischen Vorwand: eine Wasserzählerablesung, ein vermutetes Leck im Zusammenhang mit Bauarbeiten in der Nähe…
Kurz darauf tauchen zwei Komplizen auf, oft mit gesenkten Köpfen, Sonnenbrillen, tief ins Gesicht gezogenen Hüten oder unter einem großen schwarzen Regenschirm versteckt. Draußen wartet ein viertes Mitglied der Gruppe hinter dem Steuer eines Fahrzeugs, um ihre Flucht zu sichern.
Im Haus angekommen, zeigen die falschen Agenten große, teils veraltete Visitenkarten und geben vor, nach einem Betrüger zu suchen, der in der Gegend gemeldet wurde. Anschließend fordern sie das Opfer auf, seine Wertsachen zu überprüfen, angeblich im Rahmen einer laufenden Ermittlung. In manchen Fällen wird sogar eine Festnahme vorgetäuscht, um den Betrug glaubwürdiger erscheinen zu lassen.
Erst nach ihrer Abreise wurde der Betrug aufgedeckt: Eine Vase, eine Bankkarte, eine Napoleon-Goldmünze, ein Umschlag mit 10.000 Euro und ein Saphirring fehlten. Dank Überwachungsvideos konnten die Ermittler die Verdächtigen trotz deren Dementis ausfindig machen.
